Same But Different - für einen beruhigten Ozean

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We are all in this together, ja, but sehr unterschiedlich. Meine Corona-Krise ist nicht Deine Corona-Krise, Deine Corona-Krise ist nicht die von Deinem Nachbarn usw. Die Situation ist für jeden anders und bietet damit die Möglichkeit, Menschen und Zusammenhänge differenziert zu betrachten. Corona ist ein Game Changer der speziellen Art.

In meinem Freundeskreis sind viele Unternehmer, die wirklich kompetent sind, und jeder hat in den letzten Jahren auf seine Weise sein Unternehmen nach vorne gebracht. Corona ist ein bisschen so, als würde jetzt jemand mitten im Monopoly-Spiel reinkommen und sagen: „Super gespielt, aber Du hast jetzt leider keine Häuser mehr. Einfach so. Du schon, ich gebe Dir noch mal 5 dazu. Einfach so.“ Und jetzt sitzen diese beiden Unternehmer-Freunde in einem Zoom-Call bei einem Bier und der mit den fünf extra Häusern sagt zum anderen: „Hey, aber ist doch super jetzt! Wir können alle mal ein bisschen entschleunigen mit Corona.“

 

Ein Meer, unterschiedliche Boote

Nein, der mit den Verlusten entschleunigt vermutlich gerade nicht. Er befindet sich mit allen anderen auf einem großen Ozean namens „Corona“ - aber bei ihm ist die Witterung gerade anders und sein Boot hält dieser Witterung nicht so gut stand, weshalb er Wasser aus der Nussschale schaufelt (die gestern noch eine stabile Jacht war). Mit Besorgnis beobachtet er den Sturm am Horizont, aber in einem erleuchteten Moment fällt ihm ein „Hey, ich bin ja in Deutschland! Ich verliere zwar demnächst vielleicht mein Vermögen, aber ich bin auf jeden Fall versorgt.“ Ein Hubschrauber wird kommen und ihn und seine Familie und die Mitarbeiter mit ihren Familien im Ernstfall wahrscheinlich auf ein großes, gesichertes Schiff bringen, dass nicht untergeht. Futsch ist nur sein Wohlstand. Die schöne Jacht. Der hart erarbeitete Status, sein Ansehen, der Komfort und vielleicht auch sein Ego. Aber er wird überleben. Garantiert.

Während er so über dieses Szenario nachdenkt, tauchen Haie auf und er sieht Menschen, die ohne Rettungsringe im Wasser treiben. Als er genauer hinsieht, erkennt er: Das sind die Kinder, die gerade in Griechenland in Flüchtlingslagern leben, dort herrschen desaströse Hygienezustände und nun ist dort noch Corona angekommen.

Dankbar betrachtet er die Nussschale und überlegt, wie er sein Business digitalisieren kann, um Umsatz zu generieren. Was ja möglich ist und was man in Deutschland im Jahr 2020 hinbekommt. Vielleicht wird daraus dann wieder ein stabileres Boot für seine Familie? Und doch hatte er sich den weiteren Verlauf seines Lebens halt relaxter vorgestellt ...

Einsam rudert ein Mann vorbei. Er hat Tränen in den Augen. Wie gern hätte er seine Frau mit im Boot, aber sie ist vor zwei Monaten gestorben und letzte Woche hat er seinen Job verloren. Das Boot schwimmt, es hält, aber er muss rudern und das allein. Nein, er freut sich nicht über die Entschleunigung. Ihm fehlt die Nähe.

 

Wir sitzen NICHT alle im selben Boot

Jeder von uns hat gerade unterschiedliche Konsequenzen in diesem Ozean namens Corona. Und jetzt kommt ein weiterer Faktor dazu: Jeder antwortet gedanklich und emotional anders auf diese, seine persönlichen Konsequenzen, was jeden von uns sehr unterschiedlich handeln lässt.

Das führt vielleicht auch bei Dir im Moment dazu, dass Du die Menschen in Deinem Umfeld nicht immer verstehst - oder weniger als sonst. Manche sind jetzt auch mal sauer und zeigen das vielleicht in ihren Kommentaren auf Facebook, obwohl sie sonst eher peaceful sind. Manche sind jetzt vielleicht auch mal neidisch und schimpfen über das, was sie ungerecht finden, obwohl sie sonst eher gelassen sind. Manche ziehen sich zurück und haben Angst und verbreiten in ihrem Umfeld Verunsicherung und sie tun das, obwohl Du sie sonst stabil und selbstsicher kennst. Manche werden besserwisserisch, launisch, albern, naiv, manche kämpfen, manche resignieren.

Ich zähle bewusst nur die Handlungsweisen auf, die nicht so nah an der Erleuchtung sind. Denn dieses Denken, Fühlen und Handeln schwimmt jetzt neben der ganzen Erkenntnis und Weiterentwicklung und Verbundenheit, die wir schon erzeugen, AUCH mit auf diesem Ozean, auf dem wir uns alle gemeinsam befinden und es bestimmt unser Zusammensein.

Wenn wir cool bleiben wollen, müssen wir es zusammen meistern. Das ist wichtig für Stabilität. Deeskalation entspricht einer ruhigen See, Eskalation wäre ein Sturm - den können wir nicht auch noch gebrauchen. Es gibt diesen Spruch „Wer Frieden auf der Erde will, muss Frieden schaffen in der eigenen Hütte“. Nun ist jeder auf diesem Ozean und schippert an anderen Booten vorbei.

Vielleicht ist es jetzt hilfreich, für einen Moment das jeweils vorbeiziehende Boot und alle Insassen mal ganz in Ruhe anzuschauen und genau herauszufinden, wie es für die anderen gerade ist. Ohne die eigene „Färbung“ und ohne die eigenen Annahmen. Gedanklich mit auf das andere Boot zu gehen und genau nachzufragen:

Wie geht es Dir im Moment wirklich?
Wie ist es GENAU für Dich?
Brauchst Du etwas von mir?
Was genau kann ich für Dich tun (oder vielleicht auch lassen)?

Und wenn der andere das will, auch ein paar kritische Fragen zu stellen, wenn ihm das hilft seine gedanklichen und emotionalen Grenzen zu verschieben und seine Umstände zu verbessern.

Und gleichzeitig das eigene Boot von der anderen Seite aus zu betrachten und sich zu fragen:

Was brauche ich wirklich?
Materiell, gedanklich, emotional, physisch …
Habe ich das?
Wie kann ich erzeugen, was ich brauche?
Wen könnte ich dafür fragen?

Das wäre dann Boote-Verständigung. Ich glaube, es dauert jeweils gar nicht so lang und die Begegnung, die wir dabei miteinander erzeugen, beruhigt uns alle. Ein ruhiger Ozean ist gut für uns. Dann kommen mehr Boote sicher, wenn auch verändert, wieder zurück an Land.

 

Der Text stammt von Patrizia Voigtländer, Trainerin, Coach und Autorin, publiziert bei Facebook und Instagram.

Vielen Dank für die freundliche Genehmigung, den Text hier zu veröffentlichen.

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